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Matthew McConaughey in „Der Womanizer“ im Kino

In der Erzählung „Eine Weih­nachtsgeschichte“ lässt Charles Dickens einem zynischen Geizhals namens Ebenezer Scrooge in der Nacht vor Weihnachten drei Geis­ter erscheinen, die ihn in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft führen und ihn sich selbst von außen anschauen lassen – all dies, um ihm zu zeigen, was für ein übler Geselle er wirklich ist und wie viel Schaden er seiner Umgebung und sich selbst durch seine Gefühlskälte zufügt. Daraufhin bereut Scrooge, bessert sich und lebt glücklich bis ans Ende seiner Tage.
Dass solch übersinnliche Erlebnisse nicht nur viktorianischen Geldverleihern guttun können, sondern auch zeitgenössischen Playboys, beweist nun der Film „Der Womanizer – Die Nacht der Exfreundinnen„. Matthew McConaughey spielt den Fotografen Connor Mead, dessen Terminkalender und Bett stets überfüllt sind und der sich, wenn auch mit viel Charme gesegnet, Frauen ge­genüber grundsätzlich arschig verhält. Bei der Hochzeit seines Bruders trifft dieser Taugenichts nicht nur auf seine verlorene Jugendliebe Jenny (Jennifer Garner), sondern auch auf den Geist seines verstorbenen Onkels Wayne (Michael Douglas), der ihm den Besuch von drei weiteren Geistern ankündigt. Mit diesen verbringt er eine unruhige Nacht, in der ihm sowohl seine Vergangenheit (traumatisch, aber auch unschuldig), seine Gegenwart (unmöglich) und seine Zukunft (unglücklich und einsam) schonungslos vor Augen geführt wird. Am Morgen danach zieht er selbstverständlich die rich­tigen Konsequenzen aus dieser Selbstbeschau.
Filmen, die mit einer Satellitenaufnahme von New York beginnen und sich dann bis zur Handlung reinzoomen, muss man zwar generell zunächst mit Skepsis begegnen, aber für eine ro­man­tische Komödie stellt sich „Der Womanizer“ unbezweifelbar als gut gemacht heraus. Michael Douglas ist als alternder Partyhengst ziemlich cool, die beiden Hauptdarsteller haben Charme und eine gute Chemie, und welche Frau ist schon immun gegen die Fantasie, dass die emotional behinderten Sexbomben, denen sie immer wieder verfällt, mit nur geringfügiger Hilfe bei der Trau­ma­bewältigung ihr wahres, sensibles inneres Ich wieder hervorholen können und dann den perfekten Partner abgeben?

Text: Catherine Newmark

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Der Womanizer – Die Nacht der Exfreundinnen“ im Kino in Berlin

Der Womanizer – Die Nacht der Exfreundinnen (Ghosts of Girlfriends Past), USA 2009; Regie: Mark Waters; Darsteller: Matthew McConaughey (Connor), Jennifer Garner (Jenny), Michael Douglas (Onkel Wayne); Farbe, 100 Minuten

Kinostart: 28. Mai

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