Melodram

„Maudie“ im Kino

Von ganz unten zur Kunst-Ikone – Ein seltsames Paar: Everett und „Maudie“

Foto: Duncan Deyoung/ Courtesy of Mongrel Media

Ein wortkarger Hinterwäldler – das ist Everett Lewis (Ethan Hawke), der sich in der kanadischen Provinz Nova Scotia in den 1930er-Jahren mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser hält und abgeschieden in einer ärmlichen Hütte lebt. Doch so ganz allein, das ist selbst für ihn auf Dauer nichts, also hält Everett Ausschau nach einer Haushälterin. Auftritt Maud Dowley (Sally Hawkins). Die junge Frau leidet an rheumatischer Arthritis, die ihre Feinmotorik ausbremst. Doch sie bezirzt Everett, bis er ihr den Job gibt. Die beiden raufen sich zusammen, Maudie hat das ungehobelte Verhalten Everetts zu ertragen. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und frönt neben der Hausarbeit ausgiebig ihrer Passion: das Malen kleiner naiver Bilder. Auf die wird bald eine Großstädterin aufmerksam. Schon bald avanciert Maudie zum Star der Folk Art.

Im zarten Alter von 19 Jahren gelang Ethan Hawke 1989 mit „Club der toten Dichter“ der Durchbruch als Schauspieler. Er hat sich zum facettenreichen Mimen gemausert, der den redseligen Lover in „Before Sunrise“ und den Nachfolgefilmen ebenso spielen kann wie in Science Fiction („Gattaca“), Thriller („Training Day“), Familienepos („Boyhood“) oder als Chet Baker („Born to Be Blue“). Sally Hawkins („Happy Go Lucky“) und er gehen in ihren schwierigen Rollen auf. Mit ihrer Leistung steht und fällt das auf wahren Begebenheiten beruhende Melodram von Aisling Walsh, der sich ganz auf seine ungewöhnlichen Helden konzentriert und zeigt, wie beide über ihre Schatten springen müssen, um der Liebe eine Chance zu geben.

Maudie CAN 2016, 115 Min., R: Aisling Walsh, D: Ethan Hawke, Sally Hawkins, Kari Matchett, Start: 26.10.

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