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„Me Too – Wer will schon normal sein?“ im Kino

Daniel (Pablo Pineda), ein frischgebackener Diplompädagoge mit Downsyndrom, scheint ideal integriert. Seine wohlhabende Familie sorgt sich liebevoll, der Bruder, selbst ein Sozialarbeiter für Behinderte, teilt offen seine Sorgen, die andalusische Regionalbehörde für Gleichstellung gibt dem Absolventen in Sevilla stolz einen Schreibtischjob. Doch das Gutmenschen-Getto, das Бlvaro Pastors und Antonio Naharros Komödie mit quasi-dokumentarischer Handschrift kons­truiert, ist Daniel längst nicht genug: Er will „normal“ sein, will lieben und geliebt werden, genau wie ein junges Downsyndrom-Paar im Film, das von der Macht der Fürsorglichen (extra melodramatisch wieder einmal die Darstellung der Klischee-Mütter, die nicht loslassen können) gegängelt wird. Daniel kommt seiner Kollegin, der schroffen Blondine Laura (Lola Dueсas) näher, die ein absturzgefährdetes Singledasein führt, vor ihrem Familientrauma flieht und ihrem liebenswürdigen, lachlustigen Verehrer den Titel des Films entgegenhält: „Wer will schon normal sein?“ Die gegensätzlichen Außenseiter kommen sich nach allerlei Missverständnissen und Verwicklungen, die ein aufklärendes Feelgood-Movie braucht, am Ende mit schöner Diskretion näher.

Text: Claudia Lenssen

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Me Too – Wer will schon normal sein?“ im Kino in Berlin

Me Too – Wer will schon normal sein? (Yo, tambiйn), Spanien 2009; Regie: Бlvaro Pastor, Antonio Naharro;  Darsteller: Lola Dueсas (Laura), Pab­lo Pineda (Daniel); 103 Minuten

Kinostart: 5. August

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