Kommentar

„Medien­metropole Berlin“ von Bert Rebhandl

Kürzlich fand ich endlich Zeit, mir den Koalitionsvertrag ein wenig genauer anzusehen, der für die nächsten Jahre das Regierungshandeln in Berlin bestimmen soll

Bert Rebhandl

Naturgemäß habe ich nach Passagen gesucht, in denen es um Film und Kino geht – also um etwas, was Berlin als Stadt nach wie vor sehr besonders macht. Das Wort Kino kommt zwar nur dreimal vor (wichtigste Formulierung: Die Koalition wird die Förderung von Programmkinos ausbauen), aber das liegt wohl daran, dass Berlin eine „Medienmetropole“ ist.
Und das bedeutet, dass wir alles im größeren Zusammenhang der digitalen Disruption sehen müssen. So werden auch die Mittel für das Medienboard aufgestockt, Berlin kann es sich leisten. Es soll sich künftig aber auch stärker um Games und interaktive Medien kümmern. Dass die dffb einen ganzen eigenen Absatz bekommt, hat vermutlich damit zu tun, dass die SPD die bedeutende Filmhochschule am Potsdamer Platz eine Weile gegen die Wand zu fahren versuchte.
Nun klingt wieder alles sehr konstruktiv, selbst die Unabhängigkeit der Schule wird eigens hervorgehoben und soll sogar gestärkt werden. Es wird spannend, wie es mit der Medienmetropole weitergeht. Bis zum ersten deutschen Google ist Berlin aber auch als Kinometropole schon ganz lebenswert.

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