Kommentar

„Meerjungmänner“ von Lars Penning

Das Remake ist ein integraler und bewährter Bestandteil der Kinoökonomie.

Lars Penning

In vielen Fällen geht es dabei vor allem um die Idee, den Zuschauern bewährte Stoffe stets auf dem neuesten Stand der Kino- und Tricktechnik zu präsentieren: vom Stummfilm zum Tonfilm, von Schwarz-Weiß zur Farbe, vom zweidimensionalen zum 3D-Film. Doch jedes Remake bietet immer auch die Möglichkeit, inhaltliche Veränderungen vorzunehmen: Von der Mode bis zu politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen kommt stets alles wieder auf den Prüfstand – und wird gegebenenfalls aktualisiert.
Das aktuelle Remake-Drama spielt sich um die Neuverfilmung von „Ghostbusters“ ab, wo die Besetzung der ursprünglich männlichen Hauptrollen mit weiblichen Komikstars einen schier unglaublichen Shitstorm in sozia­len Medien ausgelöst hat.
Nun grübelt das Feuilleton: Ist das lediglich die Reaktion von ein paar Nerds, die sich ihre lieben Erinnerungen nicht nehmen lassen wollen, oder steckt eine tiefgreifend antifeministische Bewegung dahinter? Und was werden sie alle jetzt erst zu folgender Nachricht sagen: Auch die roman­tische Komödie „Splash“ (1984), in der Darryl Hannah einst eine Meerjungfrau verkörperte, soll neu verfilmt werden. Nur, dass die Meerjungfrau jetzt ein Mann ist – Channing Tatum wird die Rolle übernehmen. Welche Miesmacher nun wohl auf den Plan treten? Es bleibt spannend. Remakes sind immer auch Zeitgeschichte.

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