Kino & Stream

„Mein Herz sieht die Welt schwarz“ im Kino

Hossein und Shaima sind ein Liebespaar in Kabul. Er ist Paschtune, sie gehört einem anderen Stamm an. Er ist unverheiratet und nach einer Kriegsverletzung gelähmt. Sie ist gegen ihren Willen verheiratet, hat eine Tochter und möchte die Scheidung. Hossein und Shaima sind umstellt von zwei Familien, umstellt von der patriarchalen Tradition, umstellt von den Bräuchen, die für Töchter einen Brautpreis vorsehen, von dem Familien im Idealfall eine ganze Weile leben können. Die Liebe zwischen Hossein und Shaima aber „brennt“ seit der Kindheit, Profit lässt sich daraus allerdings nicht schlagen. Helga Reidemeister, die 2004 schon mit ihrem politischen Road­movie „Texas Kabul“ in der afghanischen Hauptstadt Station gemacht hatte, erzählt ihre Geschichte in „Mein Herz sieht die Welt schwarz – Eine Liebe in Kabul“ in einfachen Bildern, und doch erweist diese Geschichte sich in jeder Sekunde als repräsentativ für die Lage in dem umkämpften Land. Der junge Mann, der sich aus Armut bei den Taliban verdingte und im Kampf eine schwere Verletzung erlitt, ist nur eines von vielen Opfern eines schier unlösbaren Konflikts, von dem Helga Reidemeister viele aufschlussreiche Facetten zeigt.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Mein Herz sieht die Welt schwarz“ im Kino in Berlin

Mein Herz sieht die Welt schwarz – Eine Liebe in Kabul, Deutschland 2009; Regie: Helga Reidemeister; Farbe, 87 Minuten

Kinostart: 11. Februar

Mehr über Cookies erfahren