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„Mein liebster Alptraum“ im Kino

Mein liebster Alptraum

Stellen wir uns nur mal vor, Benoоt Poelvoorde („Nichts zu verzollen“) spielte einen frostig herablassenden, kontrollbesessenen Ausstellungskurator und Isabelle Huppert dessen proletarisches Gegenstück, die unbekümmert vulgäre, jovial-trinkfeste Unruhestifterin. Den Darstellern wären diese Rollen gewiss zuzutrauen. Die sozialen Gegensätze hätten sich gewiss angezogen; und die Reibung hätte bestimmt Funken sprühen lassen. Aber Anne Fontaine, Spezialistin für gepflegte, mitunter hinter-, aber selten abgründige Selbstverständigungen der Bourgeoisie, ist kein Regietemperament, das die Verhältnisse im Konjunktiv denken mag. Natürlich spielt also Poelvoorde den jovialen Rüpel und Huppert die unausstehlich Feingeistige mit bewundernswerter Gelassenheit. Ihre Konfrontation ist indes reichlich umständlich eingefädelt, ihr Geschlechter- und Klassenkampf wird mit allenfalls boulevardesker Verve ausgetragen. Der Kulturschock hält sich in Grenzen.

Text: Gerhard Midding

Foto: Concorde Filmverleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Mein liebster Alptraum“ im Kino in Berlin

Mein liebster Alptraum (Mon pire cauchemar), Frankreich 2011; Regie: Anne Fontaine; Darsteller: Isabelle Huppert (Agathe), Benoоt Poelvoorde (Patrick), Andrй Dussollier (François); 102 Minuten; FSK 12

Kinostart: 19. Januar

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