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Mein schönstes Berlinale-Erlebnis

Die Berlinale wird 60 und wir haben dies zum Anlass genommen, 15 Regisseuren und Festivalmachern einen Fragebogen zu schicken, um uns von ihren schönsten und schrecklichsten Berlinale-Erlebnissen zu erzählen. In unserer kleinen Serie zum Aufwärmen auf die Berlinale stellen wir heute den Fragebogen von Ex-Berlinale-Chef Moritz de Hadeln vor.

Außerdem öffnen wir heute unser Berlinale-Album, in dem wir sechs Personen vorstellen, die bei der Jubiläums-Berlinale 2010 eine ganz besondere Rolle spielen werden. Den Auftakt in dieser Reihe macht heute Regisseur und Jury-Präsident Werner Herzog. Der Filmemacher bringt mit „Bad Lieutenant“ direkt nach der Berlinale auch einen neuen Film (Kinostart: 25.2.) in die deutschen Kinos.

Mein schönstes Berlin-Erlebnis

Moritz de HadelnZur Person: Moritz de Hadeln
Geboren am 21.12.1940 in Exeter (England), lebt im schweizerischen Gland.
Hintergrund/Werk: Moritz de Hadeln kam in Paris als Lehrling des Filmlabors Avenue Hoch mit dem Kino in Berührung. 1969 gründete er nach frühen eigenen Dokumentarfilmen das Dokumentarfilmfestival in Nyon (Schweiz), 1972 wurde er zum Direktor des Festivals in Locarno berufen. 2002 und 2003 Leitung des Festivals von Venedig.
Berlinale: Von 1980 bis 2001 war Moritz de Hadeln der Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin. In seine Amtszeit fiel auch die Etablierung des Panoramas, womit er die produktive Konkurrenz zwischen offiziellem Programm und Forum verschärfte.
Demnächst: Moritz de Hadeln betreibt mit seiner Frau eine Film- und Eventconsultingfirma und ist Gemeinderat der Sozialistischen Partei in Gland.

Fragebogen Moritz de Hadeln

Weitere Filmemacher, die unseren Fragebogen ausgefüllt haben:

Christian Paetzold

Claudia Llosa

Maren Ade

Julie Delpy

Andreas Dresen

Ihre Meinung ist gefragt: Was verbinden Sie mit der Berlinale? Füllen auch Sie unseren Fragebogen aus.

BERLINALE – ALBUM

Werner Herzog – Ein Abenteurer präsidiert der Jury

Im Revoltenjahr 1968, noch ganz am Anfang seiner großen Karriere, war Werner Herzog mit „Lebenszeichen“ im Berlinale-Wettbewerb vertreten – und gewann sogar den Silbernen Bären für den besten Erstling. Parallel hatte er in einem selbst angemieteten Kinosaal Filmemacher präsentiert, die vom Festival ignoriert worden waren. Seitdem hat der multitalentierte Autorenfilmer rund 50 Werke gedreht, in denen der Ausnahmewahnsinn stets spürbar ist. Die bekannteste Chiffre für sein permanentes Abenteurertum wurde „Fitzcarraldo“, in dem er mit seinem liebsten Feind Klaus Kinski einen Dampfer über einen Dschungelberg ziehen ließ.
Der 67-Jährige wechselt auch heute immer noch zwischen dokumentarischen Projekten („Grizzly Man“) und Spielfilmproduktionen („Rescue Dawn“, „The Bad Lieutenant – Port of Call: New Orleans“) und erkundet als Filmmaverick nach wie vor philosophierend und mit bizarrem Humor die Extreme in den entlegensten Ecken der Welt oder den Untiefen der menschlichen Seele – was ausgerechnet in Deutschland kaum angemessen wahrgenommen wird. Zur 60. Berlinale wurde Herzog, der kürzlich seinen Nachlass der Stiftung Deutsche Kinemathek übertrug, zum Jury-Präsidenten berufen und entscheidet jetzt zusammen mit Jury-Mitgliedern wie Renйe Zellweger oder Cornelia Froboess über den Goldenen Bären.

Text: SR

Lesen Sie hier: Unsere Vorschau auf die Berlinale 2010

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