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Dokumentarfilm

„Meine Brüder und Schwestern im Norden“ im Kino

Der Dokumentarfilm „Meine Brüder und Schwestern im Norden“ führt uns in eine Diktatur

Foto: Farbfilm/ Kundschafter Filmproduktion GmbH

Die Regisseurin Sung-Hyung Cho interessiert sich für Menschen und deren Lebens­umstände. Die Politik, die diese Verhältnisse definiert, spielt in ihren Filmen nur eine untergeordnete Rolle. Und so hat die gebürtige Südkoreanerin mit deutschem Pass in Nordkorea eine ungewöhnliche Dokumentation gedreht, einen Film, der sich abhebt vom sonst üblichen Bashing des letzten stalinistisch regierten Staates der Erde.
„Meine Brüder und Schwestern im Norden“ funktioniert eher wie ein Puzzlespiel, das ein Bild zusammensetzt vom Leben der Menschen verschiedener Altersstufen in der Stadt und auf dem Land. Man erfährt etwas über Kindergärten und Schulen, über die Organisation des obligatorischen Militärdienstes, oder darüber, wie man einen Beruf wählt und einen Lebenspartner findet. Über alldem schwebt der Personenkult um die Diktatorenfamilie Kim – sichtbar in den allgegenwärtigen Riesenplakaten, unsichtbar im Kopf der indoktrinierten Menschen.
Dass ihre Gesprächspartner gelegentlich tota­len Unsinn erzählen, nimmt Cho in Kauf, sie steht lächelnd daneben und nickt freundlich. Die Szenen im Nachhinein zu kommentieren, wäre nicht ihr Stil. Lieber vertraut Cho auf die Intelligenz ihres Publikums.

Meine Brüder und Schwestern im Norden D/RPK 2016, 106 Min., R: Sung-Hyung Cho, Start: 14.7.

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