Literaturverfilmung

„Meine Cousine Rachel“ im Kino

Obwohl nicht unbedingt zur hohen Literatur gehörend, waren die Romane und Kurzgeschichten der britischen Schriftstellerin Daphne Du Maurier in der anglo-amerikanischen Filmwelt als Vorlagen stets beliebt

Foto: Fox

Denn viele ­ihrer Werke erzählen, was man vor allem im klassischen Hollywood gut vermarkten konnte: Frauenschicksale in historischem Setting, ­geheimnisvolle Liebesgeschichten mit vielen ­melodramatischen Wendungen in den düsteren Herrenhäusern von Cornwall.

Dazu gehört auch der Roman „Meine Cousine Rachel“, der das Schicksal der titelgebenden Figur komplett aus männlicher Perspektive erzählt: Der 24-jährige Philip bekommt auf seinem vom Cousin Ambrose geerbten Landsitz Besuch von dessen ihm unbekannter Frau Rachel, mit der Ambrose die letzten Jahre in Italien gelebt hat. Angeblich ist der Cousin an einem Hirntumor verstorben, jedoch nicht ohne Philip zuvor brieflich mitzuteilen, Rachel trachte ihm nach dem Leben. Wahnvorstellungen ­eines Kranken? Oder kommt eine ihn skrupellos ­umgarnende Schwarze Witwe auf Philip zu?

Die Geschichte lebt von der Unsicherheit des Lesers/Zuschauers: Regisseur Roger Michell („Notting Hill“) hält in seiner stimmungsvollen Verfilmung mysteriöse Verdachtsmomente und jugendliche Verliebtheit sorgfältig in der Waage, setzt den unübersehbaren Charme Rachels (Rachel Weisz) gegen die totale ­Unerfahrenheit des Landeis Philip (Sam ­Claflin). Leicht modernisiert und mit etwas ­romantischem Sex aufgepeppt, beweist der Film: Daphne du Maurier geht auch heute noch.

My Cousin Rachel (OT) GB/USA 2017, 106 Min., R: Roger Michell, D: Rachel Weisz, Sam Claflin, Holliday Grainger, Start: 7.9.

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