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„Meine Daten und ich – Sicherheit in Deutschland“

Damit sich jene allerdings für das höchst private und zugleich politisch brisante Thema erwärmen, kombiniert Eichholtz Fakten mit einer leicht verdaulichen Rahmenhandlung. So zieht Alex Ranisch als fiktiver Regisseur in schönster Michael-Moore-Manier mit Kamera und Mikro in den Bundestag. Dort interviewt er Politiker quer durch alle Parteien zu den Themen Vorratsdatenspeicherung von Telefon- und Internetverbindungen, Überwachung des öffentlichen und privaten Raums durch Video und Audio, Onlinedurchsuchung, Scoring-Punkte im Bankensystem und den Tücken des biometrischen Reisepasses. Ernüchterndes kommt zutage: das Bröckeln unserer Grundrechte, die Torpedierung der persönlichen Freiheit dank Schäuble & Co. und wie die Medien wider besseres Wissen die Panik vor Terror weiterhin schüren und damit Befürwortern der grenzenlosen Überwachung in die Hände spielen. Man muss diesen Film zweimal sehen, in der Originalfassung und einer kommentierten. Darin bereichern der Künstler und Netzaktivist padeluun und seine höchst patente Mitstreiterin Rena Tangens die Thematik mit weniger bekannten Fakten.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Sehenswert

Meine Daten und ich – Sicherheit in Deutschland, Deutschland 2009; R: Philipp Eichholtz; mit: Wolfgang Bosbach MdB, Peter Schaar, Constanze Kurz, Clemens Binninger, Andreas Pfitzmann, Axel Ranisch, padeluun. Farbe, 79 Minuten. Hersteller: good!movies

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