Historiendrama

„Meine Zeit mit Cézanne“ im Kino

Die französische Regisseurin Danièle Thompson inszeniert die Freundschaft zwischen Emile Zola und Paul Cézanne

Foto: Prokino

Der Schriftsteller und Journalist Emile Zola war eine große Persönlichkeit im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Heute besteht seine Bedeutung vor allem in dem Eintreten für die künstlerische ­Moderne und in seiner Streitschrift „J’accuse“, mit der er für den des Landesverrats angeklagten ­Offizier Dreyfus Partei ergriff. Der Maler Paul Cézanne gilt hingegen als unbestrittenes Genie – ohne seine Bilder ist die moderne Malerei des 20. Jahrhundert nicht zu denken.
Dennoch verband die beiden eine enge Freundschaft seit Kinder­tagen. Bis zu jenem Tag, als Cézanne sich in Zolas Schlüsselroman „L’ouevre“ als Versager verhöhnt sah. Die französische Regisseurin Danièle Thompson inszeniert diese nicht stressfreie Beziehung als wortreiche Auseinandersetzung zweier gegensätzlicher Charaktere. Während der Erfolg seiner Romane Zola zusehends verbürgerlichen lässt, hat Cézanne seine Herkunft aus einer reichen Familie hinter sich gelassen, um kommerziell erfolglos um seinen künstlerischen Ausdruck zu ringen. Doch diese Entwicklung bleibt im Film vor allem eine Behauptung – dass der Film dabei Zolas Sichtweise folgt, aber zugleich mit Cézanne sympathisiert, ist spannend.

Cézanne et moi (OT) F 2016, 117 Min., R: Danièle Thompson, D: Guillaume Cantet, Gilliaume Gallienne, Alice Pol, Start: 6.10.

Bewertungspunkte3

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