Drama

„Menashe“ im Kino

In Borough Park im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebt die ­größte Gemeinschaft ultraorthodoxer Juden außerhalb Israels

YONI BROOK/ Mindjazz

Sie sprechen Jiddisch und leben strikt nach den religiösen Gesetzen der Thora. Für den Witwer Menashe bedeutet dies, dass sein zehnjähriger Sohn Rieven jetzt bei Onkel und Tante leben muss. Denn ohne Ehefrau hat Menashe nach Ansicht seines Rabbis kein ordentliches Heim aufzuweisen. Mena­shes Umfeld drängt ihn zur Wiederverheiratung, doch damit hat es der Supermarkt-Angestellte nicht eilig. Genauso wenig versteht er, warum nicht er für Rieven sorgen können soll. Dieser Konflikt zwischen den strikten Regeln der Gemeinschaft und dem Wunsch nach mehr persönlicher Freiheit lässt sich nicht lösen.

Joshua Z. Weinstein taucht tief ein in diese Parallelgesellschaft mit all ihren Ambivalenzen: Der Film diskreditiert keine Seite – weder den liebevollen, aber unpraktischen Menashe, noch den strengen Schwager oder den abwägenden Rabbi. So muss am Ende offen bleiben, wo Rieven nun besser aufgehoben ist.

Menashe USA 2017, 83 Min., R: Joshua Z. Wein­­stein, D: Menashe Lustig, Ruben Niborski, Start: 6.9.

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