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„Messner“ im Kino

MovienetFilmverleihZweifellos ist Reinhold Messner der berühmteste Bergsteiger der Welt. Zu diesem Status haben zum einen seine herausragenden Leistungen beigetragen (unter anderem bestieg der Südtiroler alle Achttausender), zum anderen aber auch sein ausgeprägter Sinn für mediale Eigeninszenierung und zielgerichtete Vermarktung. Nicht zuletzt deshalb ist Messner umstritten, von vielen wird er schlicht als zu ehrgeizig und anmaßend empfunden.
In Andreas Nickels Dokumentation „Messner“ spielt Kritik von außen allerdings keine Rolle, das Porträt präsentiert fast ausschließlich Messners Sicht der Dinge: In Interviews erkunden der Alpinist, langjährige Weggefährten und drei seiner Brüder Motivation und Faszination des Extrembergsteigens. Weil die Protagonisten dies mit gebotener Ernsthaftigkeit, psychologischen Kenntnissen und der Fähigkeit zur Selbstreflexion in Angriff nehmen, bekommt man durchaus das Gefühl, dem Charakter Messners näher zu kommen. Völlig unnötig sabotiert sich der Film dann jedoch mit einer Fernsehdramaturgie unsäglicher Nachinszenierungen selbst; wie unter Zwang doppeln sich die verbalen Schilderungen dabei in belanglosen bewegten Bildern.

Text: Lars Penning

Foto: Movienet Filmverleih

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Messner“ im Kino in Berlin

Messner
Deutschland 2012; Regie: Andreas Nickel; 108 Minuten; FSK 6; Kinostart: 27. September

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