• Kino & Stream
  • „Michel Petrucciani – Leben gegen die Zeit“ im Kino

Kino & Stream

„Michel Petrucciani – Leben gegen die Zeit“ im Kino

Michel Petrucciani

Dass man die Erscheinung Michel Petruccianis so deutlich im Gedächtnis behält, hängt mit seiner Krankheit zusammen: Der französische Jazz-Pianist litt unter sogenannten Glasknochen, die ihn extrem anfällig für Knochenbrüche machten und auch seine Kleinwüchsigkeit verursachten. Im Jazz gehörte er in den 1980er- und 90er-Jahren jedoch allemal zu den ganz Großen, in Deutschland konnte man sich damals regelmäßig in der TV-Show „Willemsens Woche“ davon überzeugen.
Michael Radfords filmisches Por­trät des 1999 an einer Lungenentzündung verstorbenen Pianisten  kommt über das Niveau einer soliden Fernsehdokumentation allerdings nicht hinaus: Chronologisch arbeitet sich der Film an Leben und Karriere des Musikers ab, alte Interviews mit Petrucciani geben dabei den Eindruck einer starken Persönlichkeit im zerbrechlichen Körper. Weggefährten und Freunde erzählen von ihren Erfahrungen und wissen (fast) nur Gutes zu berichten. Für einen Heiligenschein reicht’s dann allerdings doch nicht ganz: Drogen, Alkohol und ein etwas leichtfertiger Umgang mit Frauen kommen (spät) doch noch zur Sprache, dabei gewinnt letztlich auch der Film an Fahrt, wenn er gegensätzliche Aussagen in der Montage unkommentiert aufeinanderprallen lässt.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Michel Petrucciani – Leben gegen die Zeit“ im Kino in Berlin

Michel Petrucciani – Leben gegen die Zeit (Michel Petrucciani – Body & Soul), Frankreich/Deutschland/Italien 2011; Regie: Michael Radford; 99 Minuten; FSK 0

Kinostart: 8. Dezember

Mehr über Cookies erfahren