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„Mikrofan“ im Kino

Mikrofan

HipHop ist zwar in die Jahre gekommen. Doch die Jugendszene hält sich, wächst nach – und hat ein florierendes Filmgenre über die Subkultur ausgeprägt. Diese hat ihre Orte nach wie vor an den Rändern der Städte: vor Wohnblocks, Einkaufscentern und in Jugendclubs. In einer solchen Gegend in Hamburg spielt „Mikrofan“ über eine Gruppe HipHopper, die in der City-Gegend Mundsburg in den Tag hineinleben. Matthias Staehle erzählt darin von kollektivem Abhängen, Feiern, Kiffen, Reimen und von allgemeiner Verweigerungshaltung mit erkennbarem Insiderblick.
Die Protagonisten seines Spielfilms um das Rap-Talent Sam hat der Jungregisseur unter Szeneangehörigen gefunden. Ihrem diffus-entspannten Lebensrhythmus passt sich der Film an, folgt der Clique in ihrer Welt des Nichtstuns und Träumens und fügt zahlreiche authentische Konzertmitschnitte ein. Die dokumentarischen Szenen liefern einen stimmigen Eindruck von dem zwischen Individualitätsstreben und Klischee schwankenden Lebensgefühl der Jugendlichen, für ihren Slang und Humor. Der schmale Eifersuchtsplot, um den sich Staehles Szenestudie rankt, wirkt da etwas halbherzig eingewoben und führt zu Brüchen im ansonsten erfreulich lebensnahen Erzählton.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Mikrofan“ im Kino in Berlin

Mikrofan, Deutschland 2007; Regie: Matthias Santiago Staehle; Darsteller: Philipp Babing (Sam), Julia Ehlers (Lisa), David Stegemann (Marc); 81 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 26. März

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