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„Milo und Mars“ im Kino

Milo und Mars

In dem Computeranimationsfilm „Milo und Mars“ kommt einmal mehr das Motion-Capture-Verfahren zum Einsatz, dessen sich Robert Zemeckis, der den von Simon Wells inszenierten Film koproduziert hat, bereits seit Jahren (zum Beispiel in „Der Polarexpress“ und „Eine Weihnachtsgeschichte“) bedient. Die Darsteller müssen beim Motion-Capture-Verfahren spezielle Kostüme tragen, die an Gelenken und an speziellen Muskeln mit optischen Reflektoren versehen werden. So können Mimik und komplexe Bewegungsabläufe von digitalen Kameras aufgezeichnet und dann im Computer auf eine 3D-Figur übertragen werden. James Cameron hat dieses Verfahren für „Avatar“ perfektioniert.
Allerdings besteht ein offenbar grundsätzliches Problem, das man auch bei „Milo und Mars“ wieder beobachten kann: Während die Technik bei stilisierten Figuren gut funktioniert, sehen jene, die den Menschen möglichst realistisch angeglichen werden sollen, ähnlich leblos aus wie Zombies – das „uncanny valley“, wie die Amerikaner das Phänomen nennen, kann anscheinend nicht überwunden werden.
Und so sind die Marsfrauen, die in „Milo und Mars“ ein quasi-totalitäres Regime errichtet haben, in dem die Männer buchstäblich auf den Müll gekippt werden, eigentlich ganz drollig, während einen bei Milo und seiner Mutter, die von den Marsianerinnen gekidnappt wird, um mit ihrem Gehirn Nanny-Bots zu programmieren, stets ein etwas unheimliches Gefühl beschleicht. Zumal das Drehbuch, gemessen an den abenteuerlichen Möglichkeiten, die das Mars-Setting eigentlich bieten sollte, auch nicht allzu viel hermacht. Das ist allerdings kein Grund, warum ein Zehnjähriger nicht trotzdem einen sehr milden Spaß haben könnte an den Versuchen Milos, die Mutter mithilfe des dicken Gribble und der marsianischen Rebellin Ki zu befreien. Am Ende gibt’s Peace und „dieses Liebe-Dings“ für alle. Mutti ist eben doch die Beste.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Milo und Mars“ im Kino in Berlin

Milo und Mars (Mars Needs Mom),  USA 2011; Regie: Simon Wells, Motion-Capture-Darsteller: Seth Green (Milo), Dan Fogler (Gribble), Elisabeth Harnois (Ki); 88 Minuten.

Kinostart 2. Juni

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