Science-Fiction-Thriller

„Mindgamers“ im Kino

Der Gipfel der Sharing Economy: Mein Hirn gleich dein Hirn

2027: Das Christentum liegt unter einer dicken Staubschicht begraben. Inzwischen glauben die Menschen an die Macht der Wissenschaft, ausgeklügelte Überwachungssysteme und unbegrenzte Technologien. Eine Gruppe genialer Studenten – jeweils mit einer individuellen Gabe ausgestattet – wird dazu ausgewählt, ein kabelloses neuronales Netzwerk zu erschaffen, durch das eine vollständige Übertragung zwischen menschlichen Gehirnen möglich wird. Angelehnt an reale Ratten-Experimente versucht die Gruppe um Teamleiter Jaxon (Tom Payne, „Der Medicus“) bereits seit Jahren, eine Shareware für menschliche Fähigkeiten zu entwickeln.

Mithilfe eines Quantencomputers des skrupellosen Wissenschaftlers Kreutz (Sam Neill, „Jurassic Park“) gelingt schließlich der Durchbruch. Die Studenten sind sich sicher, dass die revolutionäre Software der erste Schritt in eine chancengleiche und regelrecht geniale Welt ist. Doch die Technologie weckt vor allem Machthunger und Mordgedanken, da nun Menschenmassen ohne Probleme kontrolliert werden können.

Die österreichische Produktion, die in Wien und Bukarest gedreht wurde, strotzt vor Spezialeffekten, Zeitlupen und Lichtblitzen. Begleitet wird das düstere Spektakel durch Stunt-Einlagen von Parkour-Weltmeister Ryan Doyle, der sein schauspielerisches Debüt gibt. Regisseur Andrew Goth („Everybody Loves Sunshine“) will zu viel auf einmal und endet in einem willkürlichen Mix aus Pseudowissenschaft, religiösem Geraune und trivialen Figuren. Alle spannenden Aspekte des Films werden so lange von wummernden Bässen und nichtssagenden Monologen übertönt, bis sie gänzlich in einem Knäuel aus Verwirrung versinken. Eva Kern

Mindgamers A 2015, 97 Min., R: Andrew Goth, D: Sam Neill, Tom Payne, Melia Kreiling, Start: 6.4.

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