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Minoru Shibuya-Filme im Arsenal

Gendaijin

Geldgier, Geilheit und kriminelle Machenschaften sind häufig behandelte Themen in den volkstümlich-derben Sittenkomödien und Familiendramen von Minoru Shibuya (1907–1980), der als Vertragsregisseur der Filmfirma Shochiku menschliche Schwächen und die Unmoral seiner Landsleute in der vom Krieg zerrütteten japanischen Gesellschaft aufs Korn nahm. Das Arsenal zeigt nach der Berlinale die acht Filme, die auch im Forum gezeigt werden, noch einmal in einem Durchlauf. Bei Shibuya erscheinen Frauen, wie die Schwarzmarkthändlerin in „Seigiha“, meist willensstärker als Männer. Die geraten wegen Korruption und der Liebe zu einer Femme fatale hinter Gitter („Gendaijin“, Bild) oder gar in Lebensgefahr, wie der Millionär in der Farce „Akujo no kisetsu“: Die eigene Tochter und seine Mätresse wollen ihn ermorden, um sein Vermögen zu ergattern. „Yopparai tengoku“ zeigt den Horror der Trunksucht, reumütig schwört ein Säufer schließlich dem Sake ab: „Bleiben wir besser beim Bier“.

Text: Ralph Umard

Minoru Shibuya, achtteilige Filmreihe im Kino Arsenal; Mo 21.2. bis Mo 28.2.

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