Melodram

„Mit besten Absichten“ im Kino

Helfersyndrom und Spontanbesuche: Susan Sarandon agiert „Mit besten Absichten“

Foto: Sony Pictures

Marnie, Mitte 60, zieht nach dem Tod ihres Mannes von New Jersey nach Los Angeles, um näher bei ihrer Tochter zu leben. Lori arbeitet als Drehbuchautorin und führt ein unabhängiges Leben. Marnie hingegen hat jede Menge Zeit, Geld und außerdem ein neues iPad, das sie nicht bedienen kann. Schon bald geht sie ihrer Tochter mit spontanen Besuchen, vielen Anrufen und einem großen Bedürfnis nach Nähe auf die Nerven.
Also versucht die Mutter, ­etwas Abstand zu nehmen und kümmert sich bald um alle ­anderen, die sie in der Stadt kennt und kennenlernt. Sie organisiert die Traumhochzeit einer Freundin ihrer Tochter, besucht immer wieder eine alte Frau im Seniorenheim und ermutigt den jungen Berater im Apple-Store, aufs ­College zu gehen.
Regisseurin Lorene Scarfaria verarbeitet in „Mit besten Absichten“ mit liebevollem Blick die Beziehung zu ihrer eigenen Mutter. Doch so sehr man sich über einen Film freut, in dem ausnahmsweise mal eine 60-jährige Frau im Mittelpunkt steht, die sich am Ende sogar noch verlieben darf – eine Mutter, die zu sehr liebt, sich in alles einmischt und ihr Glück findet, in dem sie anderen hilft, ist letztlich eine sehr ­klischeebehaftete Figur. Die große Susan Saran­don schafft es trotzdem, Marnie viel Witz und Tiefe zu geben. Ihr Spiel trägt das sentimentale Mutter-Tochter-Drama über einige Längen.

The Meddler (OT) USA 2015, 100 Min., R: Lorene Scarfaria D: Susan Sarandon, Rose Byrne, J.K. Simmons, Start: 14.7.

Bewertungspunkte3

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