Komödie

„Mit dem Herz durch die Wand“ im Kino

Eine hellhörige Wohnung ist das Letzte, was sich eine Pianistin wünscht. Aber auch ihr Nachbar ist sensibel.

Foto: Pandastorm

Der Nachbar, ein Erfinder, der kaum ausgeht, weil das seine ­Balance stören könnte. Empfindlichkeit trifft auf Empfindlichkeit, so könnte man das Prinzip dieser Komödie beschreiben, die ­Lösung: Zwei komplizierte Kreaturen bedürfen einander, um aus der Verkrampfung zu finden.
Wie sehr sie sich aus dem Leben zurückgezogen haben, das merkt man auch daran, dass Clovis Cornillac ihnen in seinem Film, in dem er selbst die männliche Hauptrolle spielt, keine Namen gegeben hat. Er will wohl auf etwas Prinzipielles hinaus: auf eine Idee von Liebe, die auf Spiegeleffekten beruht. Dies ist eine der neuen französischen Arthouse-Komödien: ein wenig kapriziös gehen sie zielstrebig auf den emotionalen Hauptgewinn los. Cornillac mischt Elemente aus der Tradition Jacques Tatis hinzu, denn die Wand, durch die das Herz muss (der deutsche Titel macht mal Sinn!), ist die komische Achse: einander hören, aber nicht sehen, das regt die Fantasie so lange an, bis das Herz bereit ist für den Waffenstillstand namens Liebe.

Un peu, beaucoup, aveuglement (OT) F 2015, 90 Min., R: Clovis Cornillac, D: Clovis Cornillac, Mélanie Bernier, Lilou Fogli, Philippe Duquesne, Start: 29.9.

Bewertungspunkte3

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