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„Mitten im Sturm“ im Kino

Mitten im Sturm

Mit der Patina von entsättigten Farben – und auf wahren Begebenheiten basierend – erzählt die europäische Fernseh- und Kinoproduktion „Mitten im Sturm“ eine Geschichte aus der Zeit der stalinistischen „Säuberungen“ in der Sowjetunion der 30er und 40er Jahre. Der melodramatische Film ist dabei ganz auf seinen Star Emily Watson abgestimmt. Im Wechsel zwischen unbedingter Entschlossenheit und empathischem (Mit-)Leiden spielt sie die passionierte Literaturprofessorin Evgenia Ginzburg, die als trotzkistische Verräterin verhaftet und zu einer zehn Jahre dauernden Strafe im sibirischen Arbeitslager verurteilt wird. Die historisch-politische Konstellation ist dabei neben großer Ausstattungsversessenheit auf die standardisierte emotionalisierende Dramaturgie von TV-Filmen getrimmt. Spätestens wenn die Heldin im zweiten Teil des Films eine zarte Affäre mit dem von Ulrich Tukur gespielten deutschen Lagerarzt anknüpft, überlässt sich der Film vollkommen den rührenden Aspekten seiner Erzählung.

Text: Michael Baute

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Mitten im Sturm“ im Kino in Berlin

Mitten im Sturm (Within the Whirlwind), Deutschland/Belgien/Frankreich/Polen 2009; Regie: Marleen Gorris; Darsteller: Emily Watson (Evgenia Ginzburg), Ulrich Tukur (Dr. Anton Walter), Ian Hart (Beylin); 106 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 5. Mai

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