Kino & Stream

„Mitternachtskinder“ im Kino

Mitternachtskinder

Schlag Mitternacht am 15. August 1947 endete offiziell die britische Herrschaft in Indien und eine neue Nation wurde geboren – die schon bald darauf in zwei Staaten zerfiel, Indien und Pakistan. Zur gleichen Uhrzeit kommt Saleem zur Welt. Anhand seines Schicksals beleuchtet das auf einer Romanvorlage und einem Drehbuch von Salman Rushdie basierende bildgewaltige Lichtspiel schlaglichtartig drei Jahrzehnte indischer Geschichte. Dabei vermittelt der Film den Zuschauern im Westen Einblicke in landestypische Denk- und Handlungsweisen, wie die Obsession der Inder mit der Familie oder Religions- und Kastenkonflikte. Saleem hat eine paranormale Begabung: Bei visionären Zusammenkünften trifft er andere Kinder, die zur selben Stunde geboren wurden wie er. So erhält der mit forciertem Erzähltempo vorangetriebene, mit allerlei vielsagenden Details fantasievoll ausgestattete Film eine zusätzliche, metaphysische Dimension. In manchen Bildsequenzen voll visueller Poesie gelingen Deepa Mehta, die sich schon im Bürgerkriegsdrama „Earth“ kritisch mit ihrer Heimatgeschichte auseinandergesetzt hatte, Momente purer Kinomagie.

Text: Ralph Umard

Foto: 2013 Concorde Filmverleih GmbH

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Mitternachtskinder“ im Kino in Berlin

Mitternachtskinder (Midnight’s Children), Kanada/Großbritannien 2012; Regie: Deepa Mehta; Darsteller: Satya Bhabha (Saleem Sinai), Shahana Goswami (Mumtaz/Amina), Rajat Kapoor (Aadam Aziz); 146 Minuten; FSK 12

Kinostart: 28. März

 

Mehr: Interview mit Salman Rushdie

Mehr über Cookies erfahren