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„Mittsommernachtstango“ im Kino

Mittsommernachtstango

Die Prämisse von „Mittsommernachtstango“ muss man nicht allzu ernst nehmen: Da sitzt der Filmemacher Aki Kaurismäki in einer Bar in Buenos Aires und behauptet in seiner staubtrockenen Art, es seien nicht die Argentinier, sondern die Finnen gewesen, die Mitte des 19. Jahrhunderts den Tango erfunden hätten – um in kalten Winternächten die Wölfe von den Schafen fernzuhalten. Also schickt Regisseurin Viviane Blumenschein für ihre Dokumentation die drei argentinischen Tangomusiker Chino Laborde, Diego Kvitko und Pablo Greco in den hohen Norden Europas, um einmal nachzusehen, was die Leute im Land der Seen und Saunen musikalisch so draufhaben. Das Ergebnis ist ein charmanter Zusammenprall der Kulturen: Während die skeptischen Argentinier sich im klapprigen Auto durch endlose Wälder schlagen, um provinziellen Tanzfesten beizuwohnen, lernt man nach und nach sämtliche Koryphäen des finnischen Tangos kennen. Besonders tief schürft der Film dabei nicht, doch er besitzt ein feines Gespür für Mentalität und Humor der nordischen Gastgeber, das macht ihn hinreichend unterhaltsam. Das Fazit war sowieso von vornherein klar: Musik geht immer und überall.

Text: Lars Penning

Foto: Neue Visionen

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Mittsommernachtstango“ im Kino in Berlin

Mittsommernachtstango, ?Deutschland/Finnland/Argentinien 2012; Regie: Viviane Blumenschein; 83 Minuten; FSK 0

?Kinostart: 13. März

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