Komödie

„Monsieur Pierre geht online“ im Kino

Pierre Richard ist wieder da und findet als zurückgezogen lebender Witwer ins Leben zurück

Neue Visionen/ Tom Trambow

Beim Internet-Dating kann sich zwar noch ­jeder als alles ausgeben und hinter einem ­gewünschten Profilbild verstecken. Spätestens bei der ersten Begegnung in der Wirklichkeit fliegt die Tarnung aber meistens auf. In der französischen Liebeskomödie „Monsieur Pierre geht online“ setzt sich die Mogel­packung noch eine ganze Weile fort. Darin hat der zurückgezogen lebende Witwer Pierre (Pierre Richard) mit dem Internet auch eine Datingseite für sich entdeckt und eine ­reizende Bekanntschaft mit einer viel jüngeren Frau gemacht. Zum Rendezvous schickt er daher Alex (Yaniss Lespert) – den jungen Mann, der ihm die digitale Welt beibringt. Was Pierre nicht weiß: Alex ist auch der neue Schriftsteller-Freund seiner Enkelin, den er noch nie gesehen hat, von dem er aber aus Erzählungen trotzdem nichts hält.
Nach dem Rentner-WG-Film „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ hat Regisseur ­Stéphane Robelin für seine neue Komödie erneut mit Alt-Komiker Pierre Richard zusammengearbeitet, der mit grauem Zottelhaar und Vollbart den sympathischen Grummler gibt und über den Umweg der digitalen Welt langsam wieder zurück ins Leben findet.
Einmal klingt zwar ganz kurz die Slapstick-Komik an, mit der Richard einst in seinen Tollpatsch-Filmen wie „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ berühmt wurde. ­Ansonsten überwiegt ein leise amüsanter ­Humor bei den mit längerem Atem eingefädelten Verwicklungen in dieser rührigen „Cyrano de Bergerac“-Variation, die im Internet-Zeit­alter zwischen Emojis und Kürzestnachrichten feststellt: Verführung kann auch online in der Kraft schöner Worte liegen.

Un profil pour deux (OT) F/D/B 2017, 99 Min., R: Stéphane Robelin, D: Pierre Richard, Yanniss Lespert, Fanny Valette, Start: 22.6.

Mehr über Cookies erfahren