Jugendfilm

„Morris aus Amerika“ im Kino

Ein schwarzer Jugendlicher im idyllischen Heidelberg

Foto: Farbfilm
Foto: Farbfilm

Wer hat schon einen Vater, mit dem man sich über Old School HipHop und Gangster Rap streiten kann? Morris (Markees Christmas) ist 13, schwarz, ein bisschen mollig, sein Vater (Craig Robinson) im Trainerstamm eines Fußballclubs. Der Ort: Heidelberg, Germany. Damit fangen die Probleme für Morris schon an: Mit der deutschen Sprache hapert’s, da hilft die smarte Deutschlehrerin Inka (Carla Juri).

Freunde hat er keine, da soll ein Jugendclub die Lösung sein. Dort sieht er Katrin (Lina Keller): schon 15, extrem hübsch, selbstbewusst. Definitiv nicht Morris‘ Liga. Trotzdem verliebt er sich sofort. Und lässt sich von ihr breitschlagen, bei einem Talentwettbewerb mitzumachen. Nicht so der Bringer. Doch so leicht gibt unser Held nicht auf.

Autor und Regisseur Chad Hartigan konnte für seinen dritten Langfilm auf dem Sundance-Festival zwei Preise einfahren. Er liefert eine erfrischend andere Perspektive auf das derzeit so aktuelle Thema Fremdsein in einer Gesellschaft. Hartigans Held Morris ist ein recht durchschnittlicher Junge, der sich durchbeißen muss. Schön auch, dass hier nicht wie so oft von der Sprache her alles glattgebügelt wird, hier dürfen Amis auch Englisch reden. Und so macht der schwarze US-Boy jene Erfahrungen, wie wir sie alle aus unserer Jugend kennen. Nicht spektakulär, ein wenig behäbig – aber echt. Martin Schwarz

Morris aus Amerika D/USA 2016, 90 Min., R: Chad Hartigan, D: Markees Christmas, Craig Robinson, Carla Juri, Lina Keller

Bewertungspunkte3

Mehr über Cookies erfahren