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Movie2k.to ist offline

Offline

Wer derzeit die Adresse des populärsten, illegalen Streamingportals eingibt, findet nur eine „404 Not Found“-Meldung vor: Seit Mittwochabend ist movie2k.to offline. Ob den Behörden nach der Kino.to-Schließung ein weiterer spektakulärer Schlag gegen Filmpiraten gelang oder ob es sich schlicht um technische Probleme handelt, ist bis dato unklar. In den einschlägigen Blogs wird jedenfalls heftig spekuliert. So wird gemutmaßt, dass die Nichterreichbarkeit von movie2k.to etwas mit dem kürzlich von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden hochgenommenen Top-Uploader „Hologramm“ zu tun haben könnte, der nach der Kino.to-Schließung auch movie2k.to im großen Stil mit Filmnachschub versorgte. Der frühere Power-Uploader könnte den Ermittlern demnach Hinweise auf die Hintermänner von movie2k.to gegeben haben. Selbst das für gewöhnlich sehr gut informierte Blog TorrentFreak bekam auf seine Anfragen bei den Betreibern der Seite noch keine Rückmeldung, was „ungewöhnlich ist, da sie in der Regel sehr schnell reagieren.“
Auch die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) kennt die genauen Gründe noch nicht: „Wir können im Moment nicht sagen, welche Gründe zu der derzeitigen Nichterreichbarkeit von movie2k führen“, sagte Geschäftsführer Dr. Matthias Leonardy in einem ersten Statememt. Es liege aber im Bereich der Möglichkeit, dass die Strafverfolgungsbehörden die Seite abgeschaltet haben könnten: „Fakt ist, dass die GVU aus dem nach wie vor andauernden kino.to-Verfahrenskomplex sehr umfangreiche Kenntnisse über die Szene der digitalen Hehler gewonnen hat. Dazu gehört auch movie2k. Diese Erkenntnisse stellen wir selbstverständlich den Strafverfolgungsbehörden in geeigneter Weise zur Verfügung“, so der GVU-Chef. Falls aber die Verantwortlichen von movie2k ihr Angebot selbst abgeschaltet haben sollten, „deuten wir das als ein erstes Signal für ihre Bereitschaft, den entstandenen Schaden für die Filmwirtschaft nicht noch weiter zu vertiefen“, so Leonardy. „Maßgeblich für das Ausgleichsinteresse der Geschädigten ist aber, ob solche digitalen Hehler auch helfen, das begangene Unrecht aufzuklären und zur nachhaltigen Eindämmung der andauernden Urheberrechtsverletzungen beizutragen. In solchen Fällen ist die GVU jederzeit zu Gesprächen bereit.“
movie2k.to enthält laut GVU kuratierte Datenbankeinträge zu mehreren 10.000 bis 100.000 Dateien mit filmischen Inhalten in insgesamt acht Sprachen. Anfang April machte movie2k allein mehr als 24.000 Spielfilme in deutscher Sprachfassung illegal öffentlich zugänglich. Laut Alexa war movie2k.to zuletzt auf Platz 17 der beliebtesten Websites in Deutschland – noch vor „Spiegel Online“.

Quelle: VideoMarkt

Foto: Markus Vogelbacher / pixelio.de

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