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„Mr. Nice“ im Kino

Mr. Nice

Dies ist die unglaubliche Geschichte eines Mannes, der aus einfachen Verhältnissen kommt und zum meistgesuchten Mann Großbritanniens wurde. Diesen Titel verdiente sich der aus einem walisischen Dorf stammende Howard Marks, indem er in großem Maßstab Marihuana schmuggelte. Nach sieben Jahren im Knast hat er sein bisheriges Leben zu einer erfolgreichen Autobiografie verarbeitet und stellt sein Talent als Entertainer auf britischen Bühnen unter Beweis. In der Verfilmung von „Mr. Nice“ durch Bernard Rose trifft Rhys Ifans in der Titelrolle genau den richtigen Tonfall, wenn er seine Abenteuer lässig-ironisch kommentiert, als könne er es selbst manchmal nicht glauben.
So wandelt der Film zwischen einem Gespür für das Absurde (wozu auch der hübsche Verfremdungseffekt passt, dass Rhys Ifans Mr. Marks schon als jungen Mann verkörpert) und der höchst nüchternen Darstellung des Verrückten: Dazu gehört etwa David Thewlis als durchgeknallter IRA-Führer, dazu gehören auch die bizarren Wege des Drogenschmuggels – sowie die Berührungspunkte zwischen Marks und staatlichen Stellen. Da platzt dann schon mal ein Prozess, wenn die als Zeugen aufgerufenen Geheimdienstmitarbeiter zugeben müssen, dass Mr. Marks auch für sie tätig war.

Text: Frank Arnold

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Mr. Nice“ im Kino in Berlin

Mr. Nice, Großbritannien 2010; Regie: Bernard Rose; Darsteller: Rhys Ifans (Howard Marks), Chloë Sevigny (Judy Marks), David Thewlis (Jim McCann); 121 Minuten; FSK 12

Kinostart: 23. Juni

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