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Mr. Scruff im Gretchen

Mr. Scruff

Beim Namen Mr. Scruff denkt man zuerst an den Track „Get A Move On!“. Gleich wenn das Sample aus „Bird’s Lament (In Memory Of Charlie Parker)“ von Moondog mit viel Trompete und Jazzbesen-Rascheln ertönt, weiß man Bescheid. Das Stück erschien 1999 und steckte im Koffer vieler Club-DJs. Dance-Produzenten paarten am Computer Ausschnitte aus alten Platten mit neuen Rhythmen. Es entwickelte sich Nu Jazz, ein Genre, das fast schon wieder vergessen ist. Mr. Scruff, der eigentlich Andy Carthy heißt, ist damals mit hereingerutscht, aber im Vergleich zu vielen ähnlichen Künstlern heute noch da. Sein Vorteil ist, dass er sich nie verausgabt hat. Fünf Alben in 17 Jahren sind nicht viel. Scruff hat sich auch nie den Strapazen eines jettenden Superstar-DJs ausgesetzt. Er eröffnete lieber in Manchester ein Teehaus. Musik macht der Nordengländer trotzdem noch – und gerne. Der alte Jazz-Tick ist noch vorhanden, aber er ist auch elektronischer und durch Gastsänger souliger geworden.

Text: Thomas Weiland

Mr. Scruff, Gretchen, Obentrautstraße 19-21, Kreuzberg, Fr 26.9., 23.30 Uhr, AK: 12 Euro

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