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„Müll im Garten Eden“ im Kino

Muell_im_Garten_Eden„Eines Tages werden wir auch zu Müll“, sagt einer der Anwohner des türkischen Dorfes Зamburnu an der östlichen Schwarzmeerküste. Die Behörden haben dort eine Deponie errichten lassen, die so schlecht geplant und unzulänglich konstruiert wurde, dass eine ganze Region darunter leidet. Fatih Akin, dessen Großvater väterlicherseits aus Зamburnu stammt, hat über den vergeblichen Kampf gegen die Mülldeponie einen Dokumentarfilm gedreht, in dem er dezidiert die Seite der kleinen Leute einnimmt. Er lässt abwanderungswillige Jugendliche zu Wort kommen und enttäuschte Zurückgebliebene, er sieht zu, wie Mitarbeiter im Dreck waten und Kadaver entsorgen, er war vor Ort, als nach dem Versuch der Errichtung einer Schutzmauer das Klärbecken brach. Während der Gesang des Muezzins über die wunderschöne Hügellandschaft hallt, bleibt der Gestank für die Kamera unerreichbar. Wir müssen ihn aus den Gesichtern der Menschen lesen, die mit „Müll im Garten Eden“ zurechtkommen müssen und sich vom Staat verraten fühlen. Bei den Protesten gibt es viel Musik, auch das macht den Film sehenswert.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Pandora Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Oerte und Zeiten: „Müll im Garten Eden“ im Kino in Berlin

Müll im Garten Eden Deutschland 2012; Regie: Fatih Akin; 97 Minuten; FSK 0;

Kinostart: 6. Dezember

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