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„Mütter und Töchter“ im Kino

Muetter_und_Toechter„Ich bin schwierig“, räumt Annette Bening in „Mütter und Töchter“ zerknirscht ein. Erneut verkörpert sie, nach ihrer Rolle in „The Kids Are All Right“, eine Frauenfigur Anfang 50, die mit sich selbst hadert. In Rodrigo Garcias Episodenfilm ist das Thema Adoption der wunde Punkt. Benings Karen ist nie darüber hinweggekommen, ihre Tochter als Baby weggegeben zu haben. Der zweite Erzählstrang gilt der erwachsenen Tochter, aus der eine ehrgeizige Anwältin geworden ist, von Naomi Watts als toughes Selfmadegirl gespielt. Die beiden nehmen, unabhängig voneinander in Krisenzeiten ihres Lebens, Kontakt zur ehemaligen Adoptionsstelle in Los Angeles auf. Hier findet sich auch die dritte Protagonistin ein, eine junge unfruchtbare Ehefrau (Kerry Washington), die fast besessen auf Adoption hofft. Dass Garcia sein schmerzvolles Thema ohne simple Antworten angeht, wirkt klug und der Komplexität angemessen. Die Figurenzeichnung aber gerät  schwerfällig, die Dialoge wirken unnatürlich inhaltsschwer. Wenn die drei Episoden schließlich auf einen unnötig melodramatischen Höhepunkt zulaufen, wirken selbst die vom Starensemble mit viel Herz gespielten Figuren wie eine statische Ansammlung von Bedeutungsträgern.  

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Mütter und Töchter“ im Kino in Berlin

Mütter und Töchter USA/Spanien 2009; Regie: Rodrigo Garcia; Darsteller: Naomi Watts (Elizabeth), Annette Bening (Karen), Kerry Washington (Lucy); 126 Minuten; FSK 12

Kinostart: 28. April  

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