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„My Big Fat Greek Summer“ im Kino

Griechen sind laut und komisch, aber sehr herzlich, essen nur Fleisch und heißen fast alle Nikos: Mit liebevollem Spott baute Nia Vardalos 2002 in „My Big Fat Greek Wedding“ die Erfahrungen mit ihrer griechischen Einwandererfamilie zur romantischen Erfolgskomödie aus. Nun preist der deutsche Verleih ihren neuen Film „My Life in Ruins“ hierzulande als „My Big Fat Greek Summer“ und somit als eine Art Sequel an, das es eigentlich gar nicht gibt. Die ursprüngliche Besetzung? Ist bis auf Vardalos nicht mehr dabei. Der Schauplatz? Wurde von den USA nach Griechenland verlegt. Und der Charme? Scheint auf dem Weg über den Atlantik abhanden gekommen sein.
Statt eines hässlichen Entleins spielt Vardalos diesmal eine frus­trierte Singlefrau, die als Touris­tenführerin zwar für die alte Kultur brennt, aber den Funken bei den ignoranten Besuchergruppen nicht überspringen lassen kann. Während sie auf ihrer vermeintlich letzten Tour erwartungsgemäß im Busfahrer Poupi Kakas ihre große Liebe finden darf, entfacht Regisseur Donald Petrie ein überraschungsfrei ablaufendes Touristen-Gruppen-Chaos mit allen nahe liegenden Komplikationen und Klischeefiguren. Schnell fühlt man sich dadurch so angeödet wie die vergnügungssüchtige Urlauberherde beim Anblick der – auch noch sehr uninspiriert in Szene gesetzten – Kulturschätze.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Uninteressant

My Big Fat Greek Summer (My Life in Ruins), USA/Spanien 2009; Regie: Donald Petrie; Darsteller: Nia Vardalos (Georgia), Richard Dreyfuss (Irv), Maria Adanez (Lena); Farbe, 95 Minuten

Kinostart: 15. Oktober

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