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„My Reincarnation“ im Kino

My Reincarnation

Yeshe ist ein ungewöhnlicher Italiener. Sein Vater ist Rinpoche Chöegyal Namkhai Norbu, einer der letzten Lehrmeister der buddhistischen Dzogchen-Gemeinschaft, ausgebildet in Tibet. 1959 floh er vor der Invasion der Chinesen und fand in Italien ein neues Zuhause. Lehrreisen um die Welt mehrten seinen Ruhm, nur als Vater scheint der weise Mann wenig zu taugen – so der Sohn grollend in der intimen Dokumentation „My Reincarnation“ der Regisseurin Jennifer Fox. Doch nicht allein das eigentümlich emotionsarme Sohn-Vater-Verhältnis steht im Fokus, sondern der Werdegang Yeshes über 20 Jahre. Ein normales Leben, eine eigene Familie – damit war der junge Mann lange glücklich, hätte er nicht diese Träume gehabt: Nachtbilder von Landschaften und Ereignissen, die Yeshe einer Vergangenheit zuschreibt, die nicht ihm gehört, sondern einem Onkel, ebenfalls ein buddhistischer Lehrer, verstorben in chinesischer Gefangenschaft. Schon während Yeshes Geburt war klar, dass der Junge dessen Reinkarnation sein würde – ein Schicksal, gegen das sich Yeshe jahrelang sträubt. „Wiederkehr“ zeigt einen verblüffenden Fall von Identitätsfindung inmitten gegensätzlicher Kulturen.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: W-Film

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „My Reincarnation“ im Kino in Berlin

My Reincarnation, Schweiz/Niederlande/Italien 2010; Regie: Jennifer Fox; 102 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 2. Februar

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