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„Nemez“ im Kino

Nemez

Nach einem Wohnungseinbruch wandert ein mit den Eltern aus Novosibirsk nach Berlin umgesiedelter Jugendlicher in den Knast. Aus der Haft entlassen, verliebt sich der clevere Bursche in eine verwöhnte Tochter aus reichem Hause, die seine Gefühle erwidert. Doch bevor sich beide glücklich vereint bei Streicherklang küssen können, wird der Deutschrusse von seinem kriminellen Mentor, dem hartgesottenen Hehler Georgij, mit Gewalt zu einem letzten gemeinsamen Raubzug genötigt.
Die dramaturgisch hausbacken und wenig spannend inszenierte, inhaltlich oberflächliche Story über Menschen „mit Migrationshintergrund“ in Berlin bestätigt verbreitete Vorurteile. So ist der Deutschtürke Kemal eine typische Klischeefigur, auch den anderen Personen mangelt es an differenziertem charakterlichen Profil. Die mit Ausnahme von Аlex Brendemühl als Georgij schauspielschülerhaft agierenden Hauptdarsteller wecken kaum Anteilnahme an ihren Gefühlen und Problemen in diesem für die ZDF-Reihe „Das kleine Fernsehspiel“ produzierten Sozialdrama, das auf der großen Kinoleinwand wenig Eindruck hinterlässt.

Text: Ralph Umard

Foto: filmschaft maas & füllmich / Nominal Film

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Nemez“ im Kino in Berlin

Nemez, Deutschland 2012; Regie: Stanislav Güntner; Darsteller: Mark Filatov (Dima), Emilia Schüle (Nadja), Аlex Brendemühl (Georgji); 97 Minuten; FSK 12

Kinostart: 18. Juli 

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