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„Araf – Somewhere in Between“ im Kino

Eine Autobahnraststätte irgendwo zwischen Istanbul und Ankara ist in dem Film „Araf – Somewhere in Between“ von Yesim Ustaoglu zugleich Ort der Handlung und eine große Metapher darauf. Denn dies ist eben kein Ort, an dem jemand bleibt, auch wenn die junge Zehra hier viel Zeit verbringt, weil sie an der Theke eines Schnellrestaurants arbeitet. Sie stellt sich vor, dass sie eines Tages nicht nur mit dem Kleinbus in die nahe gelegene Kleinstadt fahren würde, sondern weiter weg.
Ein junger Kollege und ein älterer Fernfahrer spielen schließlich entscheidende Rollen bei dem Versuch von Zehra, ihrem Leben eine Richtung zu geben. Yesim Ustaoglu entfaltet ihre Geschichte geduldig und mit vielen beiläufigen Details, die manchmal auch Zehra nur so aus dem Augenwinkel oder durch beschlagene Fensterscheiben hindurch zu bemerken scheint. So ist „Araf“ ein Film in der besten Tradition eines sozialrealistischen, ortsspezifischen Erzählens, das zugleich eine Meditation über die Bedingungen menschlicher Existenz darstellt.   

Text: Bert Rebhandl

Foto: 2014 One Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Araf – Somewhere in Between“ im Kino in Berlin

Araf, Türkei/Frankreich/Deutschland 2012; Regie: Yesim Ustaoglu; Darsteller: Neslihan Atagül (Zehra), Baris Hacihan (Olgun), Özcan Deniz (Mahur); 124 Minuten; FSK k. A.

Kinostart: 29. Mai

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