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Literaturverfilmung

Neu im Kino: „Das krumme Haus“ nach Agatha Christie

London in den späten 50ern: Charles Hayward ist ein nicht übermäßig erfolgreicher Privatdetektiv, dessen kleines Büro an das seiner berühmten US-amerikanischen Kollegen Sam Spade und Philip Marlowe erinnert. Eines Tages taucht eine ehemalige Geliebte bei ihm auf und bittet ihn, die Ermordung ihres Großvaters aufzuklären

Twentieth Century Fox

Verdächtig sind die Mitglieder ihrer reichen Familie, die mit drei Generationen unter einem Dach leben. Ein Motiv, den Patriarchen umzubringen, hätten fast alle, fühlten sie sich doch in ihren Lebensplänen finanziell viel zu wenig unterstützt durch den Hausherrn. Die Enthüllung des Täters am Ende kann man gleichwohl als eine gelungene Überraschung bezeichnen.

Keine schrullige alte Dame wie Miss Marple und kein superintelligenter, von sich selbst eingenommener Privatdetektiv wie Hercule Poirot ermittelt hier, sondern ein junger Detektiv, der die Auftraggeberin von früher her kennt. Genau deshalb hat sie ihn engagiert – aber könnte es auch sein, dass sie damit von dem wahren Täter ablenken will? Ein interessanter Gedankengang, der gleichwohl nur zeitweise die Aufmerksamkeit des Kinogängers auf sich zieht.

„Das krumme Haus“ kommt als sympathische kleine Variante der aufwändigen Agatha-Christie-Verfilmungen, zuletzt Kenneth Branaghs Neuverfilmung von „Mord im Orientexpress“, daher, die ihren Reichtum an Stars vor der Kamera genüsslich zelebrieren. Hier wird stattdessen auf pointierte Dialoge gesetzt, die eine Besetzung in Hochform, von immer sehenswerten (und ebenfalls prominenten) Darstellerinnen wie Glenn Close und Gillian Anderson bis zum lange nicht mehr (so gut) bemerkten Julian Sands spielfreudig gibt. Angenehm altmodisch und nach „Dark Places: Gefährliche Erinnerung“; dem misslungenen letzten Thriller von Regisseur Gilles Paquet-Brenner, eine wohltuende Überraschung – was sicherlich auch dem Drehbuch des versierten Julian Fellowes („Gosford Park“, „Downton Abbey“) zu verdanken ist. 

Das krumme Haus GB 2017, 116 Min., R: Gilles Paquet-Brenner, D: Glenn Close, Terence Stamp, Max Irons, Stefanie Martini, Gillian Anderson, Start: 29.11.

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