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Neu im Kino: Der Die Das

Der Die DasWie fühlt sich das an für einen Erstklässler? Fuat starrt auf die Buchstaben, die sich nicht zu Wörtern fügen wollen, Sanita hat die fünf Euro für den Zoo-Besuch schon wieder nicht dabei, Bright verbirgt den Kopf in den Armen und will nicht mitmachen. In „Der Die Das“, ihrem Diplomfilm an der HFF Konrad Wolf, beobachtet Sophie Narr – zurück­haltend, aber sehr genau – den Alltag der Klasse 1e der Anna-Lindh-Grundschule in Wedding. Über die Lebensumstände der Kin­der außerhalb der Schule erfährt man wenig, viel aber über das, was ihnen fehlt. Es wird sichtbar in ihrer Überforderung und an ihrem Scheitern: als Mangel an Kommunikation und zugewandtem Interesse. Die Lehrer bleiben Schemen im Hin­tergrund, gehen als Verwalter einer umfassenden Bildungsmisere mit aufmunternden Floskeln über individuelle Katastrophen hinweg. Die Frage, die Narrs Film aufwirft, ist schmerzhaft akut: Wie ist es um eine Gesellschaft bestellt, die Unternehmungslust, Neu­gierde und Einfallsreichtum ihrer Kinder im Keim erstickt, weil sie sich nicht die Zeit nimmt, sie zu fördern?

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Der Die Das“ im Kino in Berlin

Der Die Das Deutschland 2008; Regie: Sophie Narr; Farbe, 92 Minuten

Kinostart: 27. August

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