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„New World“ von Park Hoon-jung

New World

Wahlkampf beim Goldmoon Kartell in Korea. Nach dem gewaltsamen Tod des Vorsitzenden konkurriert der großkotzige Geschäftsführer mit dem überheblichen Leiter der Darlehens- und Unterhaltungssparte um die Nachfolge. Und da es sich um ein Gangstersyndikat handelt, bleibt es nicht bei Wortgefechten. Über einen eingeschleusten Spitzel greift der lokale Polizeichef ins Kampfgeschehen ein mit der von Sun Tsu im chinesischen Klassiker „The Art of War“ propagierten Strategie: Er sät Misstrauen und Zwietracht unter den Führungskräften und spielt sie erbarmungslos ohne Rücksicht auf Menschenleben gegeneinander aus.
Das dialoglastige, nichtsdestotrotz sehr spannende Intrigenspiel weist viele eigentlich für Hongkong-Krimis typische Handlungselemente auf: krasse Folterszenen, Massaker mit langen Messern, Schießereien und Autostunts im Parkhaus. Auch die Darstellung von Provinzchinesen als Barbaren, die bedenkenlos töten und fressen wie die Schweine, kennt man aus dem kantonesischen Kino, ist hier aber auch Ausdruck von koreanischem Chauvinismus. Der Film wirft ein schlechtes Licht auf die Arbeit der Polizei, die Wahlschlacht endet mit einem überraschenden Ergebnis.

Text: Ralph Umard

Foto: MFA+ FilmDistribution e.K.

tip-Bewertung: Sehenswert

New World (Shin-sae-gye), Südkorea 2012; Regie: Park Hoon-jung; 129 Minuten; Extras: deutscher Trailer, Trailershow; erschienen bei MFA/Ascot Elite

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