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„Next Exit Nirvana“ im Kino

Next_Exit_NirvanaAlle zwölf Jahre, zuletzt im März 2010, findet im indischen Haridwar eine Kumbh Mela, ein Pilgerfest, statt. Dann stehen die Sterne in besonders günstiger Konstellation, und für einen gläubigen Hindu ist die rituelle, von Sünden reinigende Waschung im heiligen Fluss Ganges um ein Vielfaches wirkungsvoller als zu normalen Zeiten. Also finden sie sich zu Abertausenden ein, die Pilger, die Gurus, die Sadhus, die Yogis, die Neugierigen und die Geschäftemacher, und verwandeln die Stadt in eine Mischung aus spirituellem Jahrmarkt, Tollhaus und Himmel auf Erden.

Walter Größbauer versagt sich in „Next Exit Nirvana“ das wohlfeile Staunen und die überhebliche Verwunderung des christlich sozialisierten Abendländers angesichts der üppig-bunten Religiosität des Subkontinents. Er montiert stattdessen Eindrücke aus einem wilden Gewusel, setzt mit knappen, nüchternen Kommentaren Zäsuren in die Kakofonie der Bilder und Töne und lässt ansonsten die Leute selbst zu Wort kommen. Ganz von allein wird so die Widersprüchlichkeit einer Veranstaltung sichtbar, die Erleuchtung zum Ziel hat und sich im Blendwerk ergeht.     

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Next Exit Nirvana“ im Kino in Berlin

Next Exit Nirvana, Österreich 2010; Regie: Walter Größbauer; 90 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 20. Januar

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