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„Nicht mein Tag“ im Kino

„Sein Seitenscheitel ist so out wie Volksmusik.“ Mit diesem Satz beginnt der Roman „Nicht mein Tag“ von „Stromberg“-Erfinder Ralf Husmann. Beschrieben wird der Bankangestellte Till Reinders aus einer Kleinstadt am Rande des Ruhrgebiets. Einst wollte er Rockmusiker werden. Inzwischen ist er verheiratet und Vater eines vierjährigen Sohnes. In seinem Reihenhäuschen ist kein Platz mehr für die Träume von einst – bis er von dem Kleingangster Nappo (Moritz Bleibtreu) beim Banküberfall als Geisel genommen wird. Das hat auf Till durchaus befreiende Wirkung – und auch Nappo muss erkennen, dass einiges in seinem neuen Weggefährten steckt.

Die eigentliche Überraschung des Films ist Axel Stein, den man bisher eher mit klamaukigen Rollen in Verbindung brachte. Gerade in der ersten Hälfte des Films schafft er es, den biederen Till mitsamt den unterdrückten Wünschen und begrabenen Hoffnungen zum Sympathie-träger zu machen. Regisseur Peter Thorwarth knüpft an seine Ruhrpott-Trilogie an, auch wenn er hier die boshaften Spitzen von „Goldene Zeiten“ vermissen lässt.

Text: Frank Arnold

Foto: 2013 Sony Pictures Releasing GmbH

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Nicht mein Tag“ im Kino in Berlin 

Nicht mein Tag, Deutschland 2013; Regie: Peter Thorwarth; Darsteller: Moritz Bleibtreu (Nappo Navroki), Axel Stein (Till Reiners), Jasmin Gerat (Nadine); 115 Minuten; FSK 12

Kinostart: 16. Januar 2014

 

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