Klamotte

„Nicht ohne Eltern“ im Kino

Schon seit Jahren ist der Ex-Asterix-Darsteller Christian Clavier (Foto, re.) im französischen Film auf die Rolle des hyperventilierenden Bourgeois abonniert: Mal regen ihn die lauten Nachbarn auf („Nur eine Stunde Ruhe“), mal kampiert eine Roma-Familie im Garten seiner Luxusvilla („Hereinspaziert“), dann wieder heiraten seine Töchter quer durch das multikulturelle Männerangebot („Monsieur Claude und seine Töchter“).

Foto: Concorde Filmverleih/Nicolas Schul

Auch in diesem Lustspiel gibt er den empörten Spießbürger, dem Unangenehmes widerfährt, als ein aufdringlicher, nicht mehr ganz so ­junger Mann ihn im Supermarkt ungeniert als Papa anspricht und den Einkaufswagen mit Schoko-Cornflakes und anderem Kram belädt. Kurz darauf steht dieser Patrick im Eigenheim des kinderlosen Ehepaars Prioux unter der ­Dusche, nimmt ungefragt das Auto und fühlt sich auch sonst ganz wie zu Hause. Auf die Frage seiner Frau Laurence (Catherine Frot) nach einem früheren Seitensprung reagiert Monsieur André empört. André will den Schmarotzer wieder loswerden, seine Frau sehnt sich im tiefsten Herzen nach einem Kind. Als Patrick dann auch noch seine schwangere und blinde Frau samt bissigem deutschem Schäferhund anschleppt, platzt André die Hutschnur …

Natürlich will „Nicht ohne Eltern“ nicht viel mehr als eine unterhaltsame Boulevardkomödie sein, aber auch dafür sollten nicht alle Witze aus der Klamottenkiste kommen. Das herzige Plädoyer für Liebe, Familie und Zusammenhalt ist nett gemeint – aber letztendlich nervt das über­drehte Gehampel doch gewaltig. 

Momo (OT) F 2017, 85 Min., R: Vincent Lobelle, Sébastien Thiery, D: Christian Clavier, Catherine Frot, Sébastien Thiery, Start: 21.6.

 

 

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