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„Nichts zu verzollen“ im Kino

Nichts zu verzollen

Bekannt wurde der Komiker und Regisseur ­Dany Boon bei uns mit seiner Komödie „Willkommen bei den Sch’tis“ (2008), in der er die kulturellen Eigenarten der Menschen in der nordfranzösischen Provinz auf die Schippe nahm. „Nichts zu verzollen“ ist im Prinzip mehr vom Gleichen, nur mit einem besonders schweren Denkfehler. Denn diesmal geht es um beinharten Rassismus: Die Hauptfigur, der an der französischen Grenze Dienst leistende belgische Zöllner Ruben Vandevoorde (Benoоt Poolvorde) hält nämlich Belgien für den Nabel der Welt und den Rest, vor allem Frankreich, für Dreck. Das hätte als Komödie vielleicht funktionieren können, wenn Rubens Ausfälle und Schikanen absolut konsequent ins Ultra-Absurde geführt worden wären. Doch Boon hält lieber am Konzept des Menschelnden und des milden Kicherns über Klischees und Vorurteile fest, dessen Folge in diesem Kontext eine unge­wollte, aber deshalb nicht weniger unerträgliche Verharmlosung von Rassismus ist. Komisch ist der Film im Übrigen auch bei einer zurückhaltenderen Interpretation nicht.

Text: Lars Penning

Foto: Prokino

tip-Bewertung: Ärgerlich

Orte und Zeiten: „Nichts zu verzollen“ im Kino in Berlin

Nichts zu verzollen (Rien а dйclarer), Frankreich 2011; Regie: Dany Boon; Darsteller: Dany Boon (Mathias Ducatel), Benoоt Poelvoorde (Ruben Vandevoorde), Christel Pedrinelli (Olivia Vandevoorde); 108 Minuten; FSK 12

Kinostart: 28. Juli

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