Bestsellerverfilmung

Nick Hornbys „Juliet, Naked“ kommt ins Kino

Des Lovers Marotten: Hype um einen verschollenen Musiker

Prokino Filmverleih

Annie (Rose Byrne, Foto) lebt sein 15 Jahren mit Duncan in dem britischen Küstenort Sandcliff. Eigentlich wollte sie weg, nun hat sie sich an die Gleichförmigkeit ihres Alltags gewöhnt, erträgt auch die Obsession ihres Lovers mit dem US-Musiker Tucker Crowe, der vor 25 Jahren spurlos verschwand und dem Duncan eine eigene Website gewidmet hat.

Als eines Tages ein Brief eintrifft, der Demobänder von Crowes finalem Album enthält, reicht es Annie: Die Platte „Juliet, Naked“ wird für sie zum Anlass, auf Duncans Website eine Abrechnung mit dem Kult um den Musiker zu posten – woraufhin sie eine zustimmende Mail erhält, von Crowe persönlich.

Mit seinem Roman „Juliet, Naked“ hat der britische Starautor Nick Hornby 2009 ein Gegenstück zu „High Fidelity“ von 1996 vorgelegt, in dem die Leidenschaft für Musik/Vinyl/Sammeln aus der Fanperspektive eines Mannes gezeigt wurde – bei „Juliet, Naked“ ist die Perspektive die der Frau, die die Marotten ­ihres Lebensgefährten ertragen muss.
Mit britischem Understatement legt US-Regisseur Jesse Peretz (einst Mitglied der Band Lemonheads) hier eine Indie-Komödie vor, die bei allen komischen Momenten die Zuschauer über verpasste Chancen nachdenken lässt. Ethan Hawke (Foto), dessen musikalische Affinitäten ja nicht nur in seiner Regiearbeit „Blaze“ zu spüren waren, gibt den Musiker mit innerlicher Zerrissenheit – hinreißend, wenn er am Klavier den Kinks-Song „Waterloo Sunset“ anstimmt, einnehmend auch Phil Davis als Bürgermeister, der ein signiertes Rolling Stones-Plakat in Ehren hält.

Juliet, Naked GB/USA 2018, 98 Min., R: Jesse Peretz, D: Rose Byrne, Ethan Hawke, Chris O’Dowd, Start 15.11.

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