Drama

„Nirgendwo“ im Kino

Hingebeamt: Nach „Nirgendwo“ zieht es Danny zurück

Nirgendwo
Foto: Polyband

Der deutsche Film hat es dieses Jahr mit der Provinz. Wobei die jungen Leute, die hier in einem Bilderbuchdorf am See nach ­ihren Lebenswegen suchen, alle ein wenig aussehen, als wären sie aus einem Illustrierten-Foto­roman nach Nirgendwo gebeamt worden.
Das „Gute Rollen, schlechte Rollen“-Prinzip macht sich auch bei der Verteilung der Figuren bemerkbar: Im Zentrum steht der attraktive Danny, der aussieht wie ein BWL-Student, im Herzen aber Fotograf werden möchte. Er hat Nirgendwo und Susu hinter sich gelassen, nach dem Tod seines Vaters ist er wieder da. Man fragt sich, warum Susu so auf Nirgendwo festgelegt ist. Die Freunde kommen zum Teil aus anderen Milieus (Jella Haase heißt hier ­Mischa), das hat mit den kurzen Wegen auf dem Land zu tun – da tut sich die Klassengesellschaft einfach schwer. Das Cabrio, das in der extravaganten Schluss­szene zum Einsatz kommt, fährt aber doch Danny.
„Nirgendwo“ ist ein eigentümlicher Versuch, in eine kleine Welt eine Überdosis Glamour zu bringen. Die Darsteller sind gut, aber das, was Matthias Starte an Grundsatzfragen in den Film packt, ergibt insgesamt eine Art Partydrogen-Existenzialismus, gekreuzt mit Stammtisch-
Weisheit.

Nirgendwo D 2016, 97 Min., R: Matthias Starte, D: Ludwig Trepte, Saskia Rosendahl, Jella Haase, Amelie Kiefer, Start: 27.10.

Bewertungspunkte4

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