Gefangenendrama

„Papillon“ im Kino

Flieht noch einmal von der Teufelsinsel: „Papillon“

Foto: Jose Haro

Mit Remakes ist das so eine Sache. Früher war die dahinterstehende Idee einfach, je nach Fortschritt der Technik: Man verfilmte den Stummfilmerfolg noch einmal als Tonfilm neu, den Schwarzweiß-Hit natürlich in Farbe und ein ursprünglich im klassischen 4:3-Format erschienenes Werk in CinemaScope. Oder auch alles zusammen.
Doch natürlich gibt es auch Filme mit Figuren und Themen, die immer aktuell bleiben und von denen sich jede Generation von Kinogängern jeweils ein eigenes aktualisiertes Bild macht. Unbesiegbarer Freiheitsdrang geht eigentlich immer.
Letzteres mag auch die Inspiration für eine Neuverfilmung des autobiografischen Romans „Papillon“ von Henri Charrière gewesen sein, die nun den Vergleich mit dem originalen Progammkino-Klassiker der 1970er-Jahre aushalten muss. Gegen den King of Cool Steve McQueen und Dustin Hoffman anzuspielen, die im Original die Rollen der beiden in einer Strafkolonie in Französisch-Guayana festsitzenden Gefangenen verkörperten, die sich von einem inhumanen Strafsystem nicht unterkriegen lassen, brauchen Charlie Hunnam und Rami Malek nicht wirklich zu versuchen. Dabei machen sie ihre Sache eigentlich ganz ordentlich.
Vor allem aber verfilmt Regisseur Michael Noer die Geschichte von endlosen Leiden und Fluchtversuchen auf der Teufelsinsel ohne Schnörkel und Prätentionen, ganz einfach als einen klassischen Abenteuerstoff, der sich relativ eng an die Vorlage hält. Viel Neues hat der Film auf diese Weise nicht zu erzählen. Aber selbst solide Abenteuerfilme sind heute selten geworden.

Papillon USA 2017, 133 Min., R: Michael Noer, D: Charlie Hunnam, Rami Malek, Yorick Van Wageningen, Roland Møller, Start: 26.7.

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