Drama

„Offenes ­Geheimnis“ im Kino

Mit „Offenes Geheimnis“ hat der vielfach preisgekrönte iranische Regisseur Asgar Farhadi jetzt seinen ersten Film in Spanien gedreht

Memento Films/ PROKINO

An seiner Vorliebe für Beziehungs- und Familiendramen hat der Orts- und Sprachwechsel nichts geändert. Die mit einem argentinischen Geschäftsmann verheiratete Laura (Penélope Cruz) kehrt mit dem kleinen Sohn und der 16-jährigen Tochter Irene für eine Hochzeitsfeier in ihren spanischen Heimatort zurück.

Während nach und nach die verschiedenen Charaktere vorgestellt werden und man sich noch wundert, warum vor allem Irene immer wieder in den Mittelpunkt der Bildkompositionen tritt, ist das Mädchen auf dem Höhepunkt der Feier plötzlich verschwunden. Eine Lösegeldforderung der Entführer trifft ein, dazu die Anweisung, nicht die Polizei zu benachrichtigen.

Wer Farhadis Filme kennt, weiß, dass diese Geschichte sich nicht wirklich zu einem Kriminal­fall entwickeln wird. Die Spannung ergibt sich in der schrittweisen Offenlegung der Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern und ihren engen Freunden: Wer weiß hier was über wen? Wer glaubt, noch irgendwo eine Rechnung offen zu haben? Und wen betrifft besagtes „offene Geheimnis“? Alle beginnen, sich gegenseitig zu verdächtigen. Und wären Farhadis Filme nicht immer so nüchtern, könnte man sagen, dass die bittere Auflösung in ihrer antibourgeoisen Stoßrichtung fast buñuel’sche Züge trägt.

Termine: Offenes ­Geheimnis E/F/I 2018, 123 Min., R: Asghar Farhadi, D: Penélope Cruz, Javier Bardem, Ricardo Darín, Start: 27.9.

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