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Ohne Ecken und Kanten: „Adam“ im Kino

Das Kino der Gebrechen und Behinderungen bleibt für Filmemacher reizvoll. Die Konflikte und das Drama, die Sozialkritik und der gerechte Appell stecken da schon im Befund, vom fast automatisch mitgelieferten Wohlwollen interessierter Zuschauer oder am Sentiment gepackter Filmpreis-Jurys gar nicht zu reden. Wer will schon die Bedeutung eines gesundheitlichen Problems herunterreden oder die Ernsthaftigkeit des Filmemachers in Frage stellen?
So will man Regisseur Max Mayer bei „Adam – Eine Geschich­te über zwei Fremde. Einer etwas merkwürdiger als der Andere …“ auch nichts Böses unterstellen: Die Geschichte der Titelfigur, die unter dem autismusähnlichen As­perger-Syndrom leidet und die nach Jobverlust und dem Tod des Vaters in einer Sackgasse des Lebens steckt, ist sauber inszeniert. Auch die zarte Liebe zwischen Adam und seiner Nachbarin Beth zeigt der Film ohne nennenswerte Misstöne. Doch was jenseits hübscher Einzelmomente spürbar fehlt, sind Ecken, Kanten, Stolpersteine. Geradlinig und berechenbar arbeitet sich Mayer zum Finale vor, zeigt Adams Ängste und Beths Unsicherheiten und bleibt dabei wie sein unvorteilhafter deutscher Untertitel: freundlich, gut gemeint und überflüssig.

Text: Thomas Klein

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Adam“ im Kino in Berlin

Adam, USA 2009; Regie: Max Mayer; Darsteller: Hugh Dancy (Adam Raki), Rose Byrne (Beth Buchwald), Peter Gallagher (Marty Buchwald); Farbe, 99 Minuten

Kinostart: 10. Dezember

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