Kino & Stream

Oliver Korittke in „Evet, ich will“ im Kino

Drei Paare wollen heiraten. Sie kennen keine Zweifel, die Ehe ist für sie das Größte. Was könnte da noch schiefgehen? So manches, denn Regisseur Sinan Akkus siedelt seine Komödie im deutsch-türkischen Milieu von Berlin-Kreuzberg an und lässt in „Evet, ich will“ Vorurteile und traditionelles Denken so manchen Liebesschwur bedrohen: Ein kurdischer Radiomoderator will seine türkische Kollegin ehelichen, doch deren Vater will seine liberal erzogene Tochter nicht an eine strenggläubige Sunniten-Familie „verlieren“. Student Dirk (Oliver Korittke), aus politisch-korrektem Hause, darf zum Islam konvertieren und opfert sein Vorhäutchen, damit er endlich seine Özlem kriegt. Bleibt noch Kfz-Mechaniker Emrah. Er liebt den Studenten Tim, scheut jedoch das Coming-out; derweil hat sein Vater bereits eine Ehe mit einer jungen Türkin arrangiert. Sinan Akkus’ Spielfilmdebüt will nicht kleckern, wuchert mit Konfliktpotenzial und vergisst darüber dann doch, dass zu einer packenden Komödie in erster Linie spannende Charaktere gehören. Die hier Versammelten aber haben Scherenschnittkonturen, und so verwundert es nicht, das in „Evet, ich will“ genau jene Befangenheiten repliziert werden, die das interkulturelle Miteinander sowieso schon er­schwe­ren.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Evet, ich will“ im Kino in Berlin

Evet, ich will, Deutschland 2008; Regie: Sinan Akkus; Darsteller: Oliver Korittke (Dirk Heidenreich), Heinrich Schafmeister (Lüder), Ingeborg Westphal (Helga); Farbe, 94 Minuten

Kinostart: 1. Oktober

Mehr über Cookies erfahren