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„Ondine – Das Mädchen aus dem Meer“ im Kino

Ondine - das Mädchen aus dem Meer

Da gibt es den irischen Fischer Syracuse, einen trockenen Alkoholiker, der in seinen Netzen kaum mehr etwas fängt, seine Ex-Frau Maura und ihren aktuellen Lebensgefährten, die sich noch immer dem Suff hingeben, sowie Annie, die nierenkranke kleine Tochter von Syracuse und Maura, die ständig zur Dialyse muss und auf eine Transplantation wartet. Doch Regisseur Neil Jordan dreht keine Sozialdramen, seine Filme weisen vielmehr oft einen eher phantastischen Charakter auf. So auch „Ondine“: Um die geheimnisvolle junge Frau, die Syracuse aus dem Meer fischt, spinnt Annie die Legende einer Selkie, einer Robbenfrau, die auf diese Weise zum märchenhaften Katalysator von Wünschen der Pro­tagonisten nach jener heilen Familie wird, die sie alle nicht haben. Jordan inszeniert das Dramatische ganz bewusst undramatisch und mit hintergründigem Witz. Dabei kann er sich auf exzellente Darsteller verlassen sowie auf seinen Kameramann Christopher Doyle, der in seinen Bildern die ganze raue (und sehr feuchte) Verwunschenheit der irischen Küstenlandschaft einfängt.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Ondine – das Mädchen aus dem Meer“ im Kino in Berlin

Ondine – das Mädchen aus dem Meer (Ondine), Irland 2009; Regie: Neil Jordan; Darsteller: Colin Farrell (Syracuse), Alicja Bachleda (Ondine), Alison Barry (Annie); 111 Minuten

Kinostart: 21. Oktober

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