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Parabel

„Operation Duval – Das Geheimprotokoll“ im Kino

Parabel

Eher eine Parabel als ein wirklicher Thriller: die Geschichte eines Mannes, der sich für nichts interessiert, der nichts versteht und als Folge davon herumgestoßen wird von Autoritätspersonen, die immer unerfreulichere Anweisungen erteilen

Temperclayfilm

Monsieur Duval (François Cluzet) ist ein Mann, der tut, was man ihm sagt. Immer etwas ängstlich und verstört wirkend, einer, der mit eingezogenen Schultern durchs Leben schleicht. Zwei Jahre, nachdem er in seinem Job als Buchhalter mit einem Burn-Out-Syndrom endete, erreicht ihn ein etwas mysteriöses Arbeitsangebot: Er soll – offenbar für eine Art Geheimdienst – Cassetten mit abgehörten Telefonaten transkribieren. Ein langweiliger Job in einer fast leeren Wohnung, begleitet vom Klappern einer mechanischen Schreibmaschine. Genau dafür passe sein Profil, hat man ihm versichert, deshalb habe man ihn ausgesucht. Doch dann lernt Duval kennen, was Geheimdienst auch bedeutet: Mord, Folter und politische Intrigen.

„Operation Duval“ ist eher eine Parabel als ein wirklicher Thriller: die Geschichte eines Mannes, der sich für nichts interessiert, der nichts versteht und als Folge davon herumgestoßen wird von Autoritätspersonen, die immer unerfreulichere Anweisungen erteilen. Das hat in der strengen Inszenierung von Thomas Kruithof etwas fundamental Ungemütliches – das ist schließlich der Sinn des Unterfangens. Dass man sich im physischen Medium Kino – anders als in der Literatur – mit einer derart passiven Hauptfigur allerdings nicht wirklich identifizieren kann, macht den Film trotz der rundum guten Besetzung zu einem äußerst spröden Vergnügen.

Operation Duval – Das Geheimprotokoll B/F 2015, 91 Min., R: Thomas Kruithof, D: François Cluzet, Denis Podalydès, Sami Bouajila, Alba Rohrwacher, Start: 23.11.

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